La Tschitta

Modernisierung | Doppelhaushälfte | 150 m2 | Graubünden CH

ARCHITEKTUR

Die Modernisierung der Doppelhaushälfte in einem kleinen Ort in Graubünden versteht sich als behutsame Weiterentwicklung eines Wohnhauses aus den späten 1960er-Jahren. Ziel war es, den ursprünglichen Charakter des Gebäudes – geprägt durch regionaltypische Materialien wie Stein, Holz und Putz – zu bewahren und zugleich mit präzisen, zurückhaltenden Eingriffen zeitgemäß zu ergänzen.

Im Zentrum der Intervention steht der Wohnraum. Ein nicht mehr genutzter Speicherofen wurde entfernt, wodurch der Raum an Großzügigkeit gewinnt und neu organisiert werden konnte. Das bestehende Fenster zur Gartenseite erhielt eine weiter ausgearbeitete Brüstung, die nun ein großzügiges Sitzfenster ausformt. Es öffnet den Blick in die Landschaft, stärkt die Verbindung zum Außenraum und rahmt die Bergspitzen Graubündens wie ein ruhiges, natürliches Panorama.

Das großformatige quadratische Fenster greift ein typologisches Motiv der Region auf. Aufgrund seiner historischen Verankerung stellt es keinen bewussten Bruch dar, sondern fügt sich trotz seines modernen Ausdrucks selbstverständlich in die traditionelle Bauweise ein. Innen entsteht eine helle, freundliche Atmosphäre, ohne die Geborgenheit des Raumes zu verlieren: Durch den erhöhten Brüstungsbereich und den leichten Höhenversatz zur Terrasse bleibt die intime Qualität des Wohnraums erhalten – ein Rückzugsort, der im Winter das Knistern des Feuers ebenso trägt wie im Sommer den offenen Blick in die Natur.

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